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News & Berichte über Netzkultur Google - Kunst versus Zensur
[Netzkultur] Die Suchmaschine Google wirkt nüchtern aber unheimlich ausgeklügelt in seinen Suchergebnissen. Das für Google mehr als 250 Menschen arbeiten ist den wenigsten bekannt. Außerdem ahnen die Wenigsten, wie tricky auf Google geworben wird, da weder blinkende Banner noch irgendeine andere Form bebilderter Werbung sichtbar wird. Doch es gibt sie und sie wird "seriös" und mit Intelligenz geleitet. Da hilft auch nicht der Querverweis: "Ist doch Kunst!"

Gesponserte Links auf Google werden zwar als Werbung ausgezeichnet, werden aber selten vom durchschnittlichen User als solche erkannt, weil sie wie andere Suchergebnisse auch nur aus Text mit einer wässriger Hintergrundfarbe daherkommen. Das ist natürlich vollkommen beabsichtigt.

Darüber hinaus bietet Google jedoch noch andere ausgefuchste Werbemechanismen. Diese wollte sich auch Christophe Bruno Zunutzemachen, um seine Site mit einer kleinen "poetry advertisement campaign" nach vorne zu bringen. Startend mit 5$ und kaufte er sich einige Suchbegriffe sogenannte "AdWords". In die ihm zur Verfügung gestellte Werbebox schrieb er kleine lustige oder provokative Nonsenspoeme anstelle der üblich-reißerischen Werbetexte.

Bei Eingabe des Begriffs "Symptom" sollte jeder Suchende zusätzlich zu den Ergebnissen den kleinen Kasten rechts oben mit Brunos Anzeige beäugen können. Amüsiert darüber, dass Googler, die "hemorroid symptom" eingaben auf seiner Site landeten, startete er weitere Experimente. Doch Google meckerte per Email, dass seine Werbung nicht den Inhalt seiner Site reflektiere und riet ihm "präzise" seine Produkte anzupreisen, um seine Page Impressions zu steigern.

Kurze Zeit später wurden seine Kampagne dann von Google geknickt, da das Monitoring ergeben hätte, dass die letzten 1000 Ad-Impressions (Darstellung seiner Werbung) lediglich 5 Klicks auf seine Werbung ergeben hätte. Sincerely unterzeichnet vom Roboter-Programm des automatisierten AdWords Performance Monitors. Dabei wollte der Franzose doch lediglich die Netizen mit ein wenig Kunst versorgen...

Fazit: Jedes Wort hat seinen Preis. Klar das der Dauerbrenner "Sex" mit fetten 3,837$ zu Buche schlägt und pro Klick sagenhafte 0,52$ in die Google-Kasse bringen. Da stößt derzeit nur noch "Free" das Grundbedürfnis vom Thron. Logisch, langsam orientiert man sich daran, das die Services nicht mehr umsonst sind...
(Moritz Sauer)

Brunos Geschichte gibt es hier und die Google-Regeln zum Werben hier.


Geschrieben am Donnerstag, 04.Juli. @ 02:08:20 CEST von Moritz


 
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